Mit Dir ist ein Journal von Maria Donner, das jeden 11. in den ungeraden Monaten erscheint. Gedichte, Gedanken, Menschen, Bilder, Genuss und kleine Entdeckungen – für ein paar Minuten zum Lesen, Schauen und Innehalten.

11. September 2026

Ich weiß, wo mein Zuhause ist.
Es ist die Stadt, in der ich groß geworden bin.

Dieses Gefühl, durch die Stadt zu gehen und Menschen zu begegnen, die mich grüßen, die ich grüße.

Kleine Gespräche, ein Lächeln, ein Nicken. Das kleine Stück dazugehören.

Und da sind meine Menschen! Menschen, die ich lieb haben darf.
Meine Familie und meine Freunde.

Wenn ich mich entscheiden müsste, meine Menschen sind mir am Wichtigsten.

Was mich bewegt

In vielen Gesprächen kristallisiert sich, dass Menschen in ihrer eigenen Schleife stecken und nicht herauskommen. Sie waren zuhause. Sie hatten einen Menschen. Sie hatten eine Umgebung.

Und dann: Der Mensch ist nicht mehr da
– aus welchen Gründen auch immer.

Der Halt, die Basis
– sie ist ins Wanken geraten und
sie halten sich am Vergangenen fest.

Schon kleine Impulse
können neue Türen öffnen,
wenn es zugelassen wird.

Denn wer in der Vergangenheit bleibt,
kann nirgendwo ankommen.

Worte, die bleiben

1. Februar – Robinson-Crusoe-Tag
– der US-amerikanische Robinson Crusoe Day

Insel

Allein auf einer Insel
weit weg von Haus und Heim
das kann, wie alles im Leben
Glück oder Unglück sein.

Ich stell mir vor – Nahrung, Dach und Co.
für mich allein ohne andere Menschen,
was macht es mit meiner Seele
hätte ich noch Grund fürs Leben zu kämpfen?

Und dann ein Fremder
– an welchem Wochentag auch immer
käme auf die Insel und bliebe
von gemeinsamer Sprache keinen Schimmer.

Doch da wäre ein Gegenüber
und Sprachen kann man lernen.
Vertrauen gewinnen
ein gemeinsamer Blick zu den Sternen.

Ein Moment oder auf bestimmte Zeit,
da mag das alles gut sein.
Doch in aller Bescheidenheit
Besser als nix – ich bin lieber daheim.

© Maria Donner 11. Mai 2021
Aus ein Jahr ist mehr als 365 Tage

Wer mir begegnet

Ich sehe einen Menschen, der Mitten im Leben steht.

In Gesprächen wird klar, wie er zu sich selbst steht – das ist eine Feststellung des Momentes.

Die Vergangenheit hat einen großen Raum, es wird gehadert und andere Menschen, Situationen werden beschimpft oder vermisst.

Du. Wo möchtest du sein?
Du. Bist du allein?
Du. Was fehlt dir so sehr?
Du. …

Der eine Mensch kann nichts davon benennen.
Der andere weiß, was er nicht mehr hat.

Wer bist du?
Die Antwort kann dich weiterbringen.

Augen auf

Für alle, die das Journal lieber als PDF nutzen möchten, steht es hier zur Verfügung.